Im Video und im Podcast wird das Thema tiefer ausgelotet. Anhören auf:
Drüben auf Reddit las ich gestern (aus dem Englischen übersetzt): „Für mich fühlt es sich so an, als könnte ich an PPC (Pay-per-Click-Werbung wie Google Ads) keine wirkliche Freude empfinden…
…wenn ich weiss, dass schon Saisonalität, Lieferengpässe oder ein plötzlich verrückt spielender Algorithmus die Performance eines Accounts beeinträchtigen können…geht es anderen auch so?“
Eine der Antworten darauf:
„Ja. PPC ist eines der schlimmsten Symptome des Spätkapitalismus…und die KI übernimmt sowieso. Menschen werden da schon systembedingt nicht mithalten können. Such dir einfach etwas anderes im Tech-Bereich. Deine Angst ist deine Seele – diese Arbeit saugt dir die Seele aus dem Leib.“
Das kann man auch anders sehen.
Also ja, es stimmt schon – PPC insgesamt und Google Ads im Besonderen verändern sich gerade. Immer mehr Aufgaben und immer mehr Kontrolle wird von blackboxigen Maschinen übernommen, und die Suchnachfrage verteilt sich teils gerade auf neue Suchplattformen.
Aber, erstens: Es wird nach wie vor online gesucht, und zwar mehr denn je, aktuellen Studien zufolge*; und wo gesucht wird, werden Platzierungen käuflich erwerbbar sein – mit denen man Geld verdienen kann. Die gegenwärtige Ungewissheit dürfte sich zudem auch wieder beruhigen. Spätestens dann, wenn der KI-Hypecycle überwunden ist – wenn sich die Verhältnisse neu einbalanciert und die Wogen wieder geglättet haben (könnte sich allerdings hinziehen).
Und, zweitens: Je mehr die Maschinen machen, umso erfolgsentscheidender wird das, was die Maschinen nicht machen. Weil sie es noch nicht können und vielleicht nie können werden.
Ich rede von Klarheit im Denken und Angebots-Positionieren, vom präzisen, einfühlsamen und plastikfreien Formulieren in und zwischen die Zeilen – vom “Human Touch” oder “HIL” (Human in the Loop). Andere nennen es den “Chef’s Kiss”.
Man kann (muss?) das Heraufdämmern des Künstliche-Schlaumeier-Zeitalters als Chance betrachten. Als Chance dafür, sich neu zu erfinden; sein Profil zu schärfen und sich so mit neuer Stärke in die kommenden Performance-Schlachten zu werfen.
Darum vielleicht lieber: “Pay-per-Click-Werbung ist eines der spannendsten Symptome des Spätkapitalismus”? On verra.
* Siehe etwa hier: “Total usage across search engines and AI assistants has grown 26% globally since 2023.”